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19.04.2009 Von: Elfrun Maaz

Indien 2008 - Teil XII - Good Bye in Rajastan - Welcome in Mumbai

Heute begann der Tag für uns wieder viel zu früh. Und es war für uns ein recht trauriger Tag. Unsere gemeinsame Reise ging heute zu Ende. Am liebsten wären wir im Bett geblieben, um nicht abreisen zu müssen. Als wir im Bus zum Flughafen sassen, haben wohl so einige noch einmal über die Reise nachgedacht. Wir auch. Natürlich haben Vijay, der Busfahrer und auch der Beifahrer von jedem von uns ein kleines Dankeschön bekommen. Es ist ja so, dass ein Inder am Tag nur etwa 1,50 Euro verdient. Dieses kleine Dankeschön haben sich die Drei ja auch verdient. Sie sind auf dieses Trinkgeld angewiesen und wir haben es Ihnen gern gegeben. Sie haben uns ja auch die letzten 14 Tage gut durch Indien gefahren, haben uns schöne Erinnerungen geschenkt, haben mit uns das „Holi-Fest“ gefeiert und uns unfallfrei durch den Verkehr gelotst.


Die Slums von Mumbai

Am Strand von Bandra

Die Slums von Mumbai

Am Flughafen in Udaipur angekommen ging es erst einmal durch die Kontrollen. Ich muss sagen, so genau wurden noch nie kontrolliert, nicht einmal in Deutschland. Dann kam der Abschied von Vijay. Rani und ich waren sehr traurig. Denn Vijay hat uns ja so viel gezeigt, wir haben Dinge gesehen, die nicht jeder zu sehen bekommt, wir haben Indien auch während der Nächte kennenegelernt. Der Abschied von Vijay war sehr herzlich. Es sind sogar ein paar Tränen geflossen. Vijay wiederholte noch einmal sein Angebot für uns beide für das Jahr 2010. Er sagte dann noch einmal: “Fahrt ruhig nach Hause, aber Eurer Herz bleibt  hier in Indien."


Mumbai

Der Flug nach Mumbai war relativ kurz. Dort angekommen bekamen wir den nächsten Kulturschock wie man so sagt. Gott Sei Dank wurden wir vom Flughafen mit einem Bus abgeholt. In diesem Bus befand sich auch eine deutschsprechende Reiseleitung, was gut war. Mumbai liegt auf einer 430 Quadratkilometer grossen  Landzunge im arabischen Meer. Mumbai ist eine Welt für sich. Es ist die bevölkerungsreichste Stadt der Welt mit 13,7 Millionen Einwohnern im Zentrum, d. h. ohne Vorstädte. Es ist  die fünfgrößte Metropole der Welt. Sie hat mit den Außenbezirken ca. 20,9 Millionen Einwohnern. Mumbai hiess bis 1995 Bombay. Es ist die wichtigste Hafenstadt Indiens. Sie liegt auf einer Insel. Das Stadtzentrum  befindet sich auf einem schmalen Landstreifen. Die Stadt ist das wirtschaftliche Zentrum Indiens und beherbergt die grösste Filmindustrie der Welt: Bollywood. Sonst ist Mumbai genau wie alle anderen grossen Metropolen der Welt. Riesig, schmutzig, sauber, bunt - Mumbai hat viele Theater, Museen und riesige Bauwerke. Zwei Bauwerke der Stadt - der „Chhatrapati Shivaji Terminus“ und die „Höhlen vom Eleptranta“ - stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Wir begannen eine turbulente Stadtrundfahrt bei dem riesigen Verkehr. Wir fuhren durch verschiedene Stadtviertel von Mumbai. Dort stehen riesige Häuser neben Elendshütten. Dort gibt es z.B. ein Stadtviertel, das ist eine einzige riesige Wäscherei. Auf den Dächern der schrecklichsten und schmutzigsten Hütten liegt die Wäsche zum Trocknen. Die Arbeit in dieser Wäscherei ist sehr schwer, deshalb arbeiten dort nur Männer. wir haben uns gefragt, wie kann in so einem Schmutz die Wäsche sauber sein. Aber sie ist sauber. Wir haben einen Zwischenstop eingelegt, um ein paar Fotos zu machen. Ich bin im Bus geblieben, nicht weil ich Angst hatte, sondern weil ich über so viel Elend erschüttert war. Hier haben wir auch zum 1. Mal viele Bettler auf einmal gesehen. Die Reisebusse wurden regelrecht von Bettlern belagert und wir hatten Probleme beim Weiterfahren. Wir fuhren noch durch ein weiteres Elendsviertel. Das war zuviel für mich. Ich brach in Tränen aus.

Elend und Schönheit dicht beieinander

Wir besuchten die „Hängenden Gärten von Mumbai“. Das ist eine wunderschöne Gartenanlage. Einfach ein Kunstwerk des Gartenbaus. Es stehen dort Büsche und Sträucher, die die Formen von Affen, Elefanten, Giraffen und andere Tierarten haben. Zahlreiche Menschen sorgen ständig für die Pflege dieser Ziergärten. Beim Besuch der hängenden Gärten beruhigte ich mich  wieder ein wenig. Wir hielten zum Mittagessen in einem feinen Cafe mitten in der City. Es war jenes Cafe, in dem Oktober 2008 die Anschläge der Terroristen verübt wurden. Hier haben wir Kaffee getrunken und richtig schönen Kuchen gegessen, wie man ihn aus Deutschland kennt. Und der hat wunderbar geschmeckt. Das Cafe war aber auch sehr begehrt und der Kuchen war auch sehr preiswert für uns jedenfalls. Es gibt noch so vieles über Mumbai zu berichten. Rani und ich bleiben ja noch ein paar Tage in Mumbai und wollen sich noch einiges ansehen. Aber heute ging nach dem Cafe-Besuch unsere Stadtrundfahrt weiter.

Wir fuhren in ein Museum. Es ist Gandhi gewidmet. Dort ist das ganze Leben von Gandhi dargestellt. In Vitrinen mit kleinen Häusern, Möbeln und Puppen. Wenn man genau hinsah, konnte man sogar sehr gut Gandhi erkennen. Wir besuchten  die Höhlen von Elephanta, die Hagi-Ali-Moschee und noch vieles mehr. Der Verkehr in Mumbai ist gigantisch. Was uns aber aufgefallen ist, es gibt im Zentrum von Mumbai keine Tuck-Tuck-Taxis und auch fast keine Kühe auf der Strasse. Die sind dort verboten. Nach etlichen Stunden sind wir dann im Hotel angekommen. Das Hotel liegt im Stadtteil Bandra. Es lag nur ca. 100 Meter vom Meer entfernt. Es war ein sehr schönes Hotel. Bei einem Blick aus unserem Fenster erschraken wir. Gleich hinter dem Hotel sah es nicht mehr so schön aus. Auch die Kanalisation liess dort zu wünschen übrig und auch der Unrat auf den Strassen hinter dem Hotel war nicht gerade schön. Unser Hotel war sehr sauber und hatte oben auf dem Dach einen Pool. Unter freiem Sternenhimmel. Nachdem wir uns ein bisschen frisch gemacht hatten, gingen wir einen kleinen Spaziergang machen. Erst einmal zum Wasser.

Holi wird eingeläutet

Wir empfanden es als verhältnismässig sauber, aber der Strand liess zu wünschen übrig. Im Wasser schwammen kleine Holzstückchen mit Blumen usw. Man erklärte uns, dass man einen Tag vor dem offiziellen „Holi-Fest“ dem Wasser kleine Geschenke übergibt. Kommen diese nicht zurück wird einem ein Wunsch erfüllt. Natürlich musste ich meine Schuhe ausziehen und ins Wasser gehen, es war auch gar nicht kalt. Wir haben uns dann noch ein Taxi genommen und sind zum Bummeln in die Altstadt gefahren. Rani ist mit den anderen ins Geschäft gegangen. Ich blieb draussen. Hörte aus dem Hinterhof meine Lieblingsmusik, „Bollywood-Musik“. Also ging ich der Musik nach. Es war dort ein Lagerfeuer, um das die Menschen tanzten und sich  mit Plastiktüten voller Wasser bewarfen. Die jungen Leute sprangen über das Feuer und tanzten. Ich konnte mal wieder nicht still stehen und tanzte heimlich mit. Das blieb aber nicht unbemerkt, wie ich dachte. Die jungen Leute zogen mich auf den Hinterhof und wir tanzten zusammen um das Feuer. Als dann aber die Wassertüten flogen, bin ich dann doch gegangen. Nass werden wollte ich nicht. Wir fuhren mit dem Taxi zum Hotel zurück. Der Taxi-Fahrer sprach gebrochen Deutsch und erklärte uns, dass am Vorabend vor dem „Holi-Fest“ überall getanzt wird. Aber morgen sollte man aufpassen, wenn man auf die Strasse geht, dann es könnte passieren, dass man nicht trocken und nicht sauber bleibt. Aber das hatten wir ja schon vor drei Tagen alles miterlebt.


Später mussten wir uns dann leider von den anderen Mitgliedern der Gruppe verabschieden. Wir blieben ja noch in Mumbai. Am nächsten Tag war noch der Besuch eines Kinderheimes geplant. Also winkten wir beide den anderen im Bus noch einmal zu und gingen dann ins Hotel. Rani schlief wie immer gleich ein. Ich schaute noch lange aus dem Fenster und habe mir dann noch einen Bollywood-Film im Fernsehen angesehen. Ich kannte diesen Film zwar schon aus Deutschland, aber ich liebe die Filme und daher war es mir auch egal, dass er auf Hindi war. Weit nach Mitternacht schlief ich dann auch ein.

Fotos/Text: ©Copyrighted by Elfrun Maaz/BNA-Germany. All rights reserved.


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