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19.04.2009 Von: Elfrun Maaz

Indien 2008 - Teil X - Akbar und der Palast der Affen

Wieder einmal haben wir den Wecker gehasst und wir hätten ihn lieber in die Badewanne oder sonst wo hinlegen sollen. Aber wer nachts nicht ins Bett kommt, darf sich nicht wundern wenn das Aufstehen schwer fällt oder? Also wieder aus dem Bett quälen, unter die Dusche und ab zum Frühstück. Heute sollte der Tag noch einmal ruhig werden. Udaipur ist eine Stadt im Nordwesten Indiens und liegt im Bundesstaat Rajasthan. Udaipur hat etwa 400 000 Einwohner. Im 16. Jahrhundert eroberte der Großmogul Akbar die damalige Hauptstadt Chittorgarh und er legte die Hauptstadt nach Udaipur. Udaipur war damals die Hauptstadt des Reiches Mewar. Nach der Unabhängigkeit Indiens wurde Mewar in den Bundesstaat Rajasthan integriert.


Im Palast der Affen

Udaipur ist ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum von Rajasthan und stellt heute ein grosses Fremdenverkehrszentrum dar. Bei Udaipur befindet sich ein Solar Observatorium. Durch den Flughafen ist Udaipur an das internationale Luftverkehrsnetz angeschlossen. Nach dieser Information stellten wir fest, dass unsere Reise sich nun langsam, aber unaufhaltsam dem Ende zuwendete. Leider. In Udaipur befinden sich mehrere große Seen wobei der Pichola-See eine besondere Bedeutung hat. Wir besuchten in Udaipur den Maharaja-Palast, in dem bis 1948 der Maharaja  von Mewar regierte. Er lebt mit seiner Familie noch heute in einer Hälfte des Palastes, streng abgeschirmt natürlich und man bekommt ihn auch nie zu Gesicht. Auf dem Hof stellt er seine Lieblingsautos aus. Es sind richtige Oldtimer, die schon für sich allein ein kleines Vermögen darstellen.

Die andere Hälfte des Palastes wird heute als Hotel benutzt. Man kann es aber auch besichtigen, was wir natürlich getan haben. Es ist ein sehr exklusives Hotel und man würde gern mal darin wohnen. Bei der Einrichtung würde man sich bestimmt  wie ein Maharaja fühlen. Wenn man allerdings hört, was eine Übernachtung dort kostet, dann vergeht einem die Lust dazu. Eine Nacht kostet mehr als unsere gesamte Reise schade.


Nicht Planet der Affen, sondern Palast der Affen

Wir haben an diesem Tag auch noch einen großen Park besucht. Hier befindet sich der Affenpalast. In diesem Palast leben nur Affen, denn dieser Palast ist dem Affengott Hanuman geweiht. Dort leben hunderte von Affen. Sie bewegen sich vollkommen frei und haben überhaupt keine Angst. Viele Bäume sind von Affen bevölkert. Sie leben zusammen mit anderen Tieren wie Streifenhörnchen, Papageien oder Pfauen friedlich nebeneinander. Wir hatten zuerst ein bisschen Angst, wir hatten ja gehört, dass die Affen Menschen angreifen oder zumindest versuchen die Taschen zu stehlen auf der Suche nach etwas Essbarem. Vijay hatte uns vorher gesagt wir sollen nicht rennen, sondern ruhig spazieren gehen. Und er hatte wie immer Recht. Keiner von  uns hatte eine derartige unangenehme Begegnung mit einem Affen. Sie blieben friedlich auf ihren Bäumen sitzen. Vielleicht waren sie auch nicht hungrig. Die Affen werden auch gefüttert. Viele Gläubige und Besucher kommen täglich und bringen Opfergaben in Form von Obst und Gemüse für die Affen.

Wir haben danach einen botanischen Garten besucht. Auch dieser Garten war sehr schön.  Alleine die Blumenpracht und die  Wasserspiele sind ein Besuch wert. Man musste aufpassen, sonst bekam man eine unfreiwillige Dusche. Vijay hatte Freude daran, uns auf den Rand eines künstlichen Sees steigen zu lassen, dann klatschte er in die Hände und wir wurden ordentlich nass. Dieser Schelm. Das hatte er vorher natürlich mal wieder mit den Gärtnern abgesprochen. Wir kamen langsam zu der Erkenntnis, dass Vijay wohl fast alle Leute dort kannte und dass wir nicht die erste Reisegruppe gewesen sind, die er hierher geführt hatte.

Am Nachmittag  besuchten wir dann noch einmal die Innenstadt zu einer kleinen Shopping-Tour. Uns fiel dabei auf, dass vor fast jedem Geschäft riesige Säcke mit buntem Farbpulver standen. Vijay erklärte uns, dass in drei Tagen in Indien das Frühlingsfest gefeiert wird. Es heißt dort „Holi-Fest“ oder man sagt auch es ist das Fest der Farben. Wir hatten bis dahin schon soviel in Indien gesehen und auch mitgemacht, z.B. Elefantenritt, Hochzeit, Kamelritt usw., daher bedauerten wir, dass wir dieses Fest nicht miterleben konnten, weil ja der 13. Tag also morgen der letzte Tag  unserer gemeinsamen Reise sein sollte. Danach würden wir nach Mumbai fliegen und uns dort trennen, einige wollten gleich nach Hause fliegen, andere nach Goa zum Baden fliegen. Rani und ich wollten noch einige Tage im Mumbai bleiben. Als wir mit Vijay darüber sprachen, sagte er nur mal sehen. Rani und ich wussten, er hat doch wieder etwas vor - dieses Schlitzohr, denn so gut hatten wir ihn ja schon kennen gelernt.

Auf dem Rückweg zum Hotel benutzten wir noch einmal die kleinen Tuck-Tuck-Taxis.  Es wurde wieder ein kleines Rennen. Aber es war nicht so schön wie das erste Rennen. So etwas kann man ja auch nicht wiederholen. Aber trotzdem machte es Spaß. Nach dem Abendessen klingelte natürlich wieder das Telefon und wir kamen vor 4.00 Uhr nicht ins Bett. Uns ist dabei nie das Gesprächsthema ausgegangen und wir hörten auch Sachen, die uns gar nicht gefielen, lernten aber Dank Vijay viel über Indien, was ein normaler Tourist nie hören, sehen und lernen würde. Aber je mehr uns Vijay erzählte, umso neugieriger wurden wir. Über Indien könnte man ja nicht nur stundenlang, sondern tagelang reden. Diese Nacht erfuhren wir auch von Vijay, was er sich für unseren letzten Tag morgen ausgedacht hatte. Das verraten wir aber natürlich nicht, also dann schön neugierig bleiben...

Fotos/Text: ©Copyrighted by Elfrun Maaz/BNA-Germany. All rights reserved.


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